Das Museum für Fotokopie-Projekt startete als private Initiative am 29. März 1985 in Mülheim an der Ruhr. Damals umfasste die Sammlung 22 Kopiergeräte und wurde zusammen mit den wechselnden Copy Art-Ausstellungen auf nur 54 qm präsentiert.

Sammlungs- und Forschungstätigkeit gingen Hand in Hand mit der Durchführung von Ausstellungen und Aktionen. Nach drei Jahren zog das Museum in eine frühere Schreinerei in die Mülheimer Altstadt um. Nun standen drei Etagen und separate Büroräume mit insgesamt 240 qm zur Verfügung. Im August 1988 fanden die Eröffnung mit "Electrografias" des spanischen Künstlerduos Alcanales und kurz darauf das Interview mit der Erfinderin Dr. Edith Weyde in Kürten statt. Für das von Minolta 1988 veröffentlichte Buch „Kopieren heute“ schrieb ich den technikgeschichtlichen Teil. Drei Jahre später erschien mein Buch „Copy Art - Kunst und Design mit dem Fotokopierer“ bei DuMont. Als erstes deutschsprachiges Buch zu diesem Thema enthielt es außerdem die erste Zusammenfassung der Entwicklung der Fotokopiertechnik. 1992 wurde die Museums-Sammlung beinahe vollständig im Rahmen der „Trivial Machines 1“ im Karl-Ernst-Osthaus-Museum in Hagen ausgestellt. 1994 folgte mit dem Buch „Elektrografie - Analoge und digitale Bilder“ eine weitere Dokumentation der Museumsarbeit. Da das Sammlungsziel des Museums, die Anfänge der modernen analogen Fotokopie bis hin zur ersten Generation digitaler Kopierer zu dokumentieren 1997 erreicht war, wurde ein Platz für die komplette Sammlung gesucht. Letztlich zeigte das Museum für Verkehr und Technik in Berlin, das zuvor bereits Teile der technischen Sammlung gezeigt hatte, Interesse. Seit 1999 ist dieTechnik-Sammlung mit rund 100 verschiedenen Meilensteinen der Fotokopiegeschichte, Archiv und Bibliothek im Depot des Deutschen Technikmuseums untergebracht. Es handelt sich mit einiger Sicherheit um die weltweit einzige firmenübergreifende Sammlung zur Geschichte der modernen Fotokopie.

Nach Beendigung des Museumsprojekts widmete ich mich dem Erfinder der Xerografie, Chester F. Carlson, schrieb dessen erste deutschsprachige Biografie und arbeitete ein Remake der ersten Xerografie von 1938 aus. Beides wurde 2008 zum 70. Jahrestag der Erfindung im Mülheimer Büromuseum vorgestellt.
Aktuell steht die Erfinderin der Blitzkopie, Dr. Edith Weyde, im Fokus der Recherche. Von allen Erfindern im Bereich der modernen Fotokopie zählt sie, gemeinsam mit Chester Carlson, zu den prägenden Persönlichkeiten deren Lebensgeschichte und Werk für die Nachwelt unbedingt erforscht, aufgezeichnet und erhalten werden sollte. |